"Brust raus, man kriegt wieder Luft" - Wie Emotion Code verborgene Wunden heilte
15 Jahre Depression. Die gesamten 20er Jahre – die Sturm und Drang-Zeit – nicht wirklich ausgelebt. Vitamin D im Keller, Serotonin nicht messbar, Omega-3 fast nicht vorhanden. Mehrere Schicksalsschläge. Und trotzdem: "Mir war schon die ganze Zeit klar, dass es da Probleme gibt und wahrscheinlich auch Depression ist."
Er wusste es. 15 Jahre lang.
Aber erst ein Podcast mit Comedian Maxi Gstettenbauer bei Thorsten Sträter gab ihm den Mut anzurufen: "Da guckte ich und dachte: Oha."
In diesem Artikel erzähle ich als Fachärztin für psychosomatische Medizin die bewegende Geschichte eines Patienten, der durch Emotion Code eine Verletzung heilte, die er selbst 15 Jahre lang nicht als Problem erkannte – und wie der Moment kam, in dem "etwas abfiel" und er endlich wieder Luft bekam.
"Ich war jetzt die letzten 15 Jahre definitiv schwer depressiv. Ich habe quasi meine 20er, also meine Sturm und Drang-Zeit, nicht wirklich ausgelebt."
15 Jahre schwere Depression.
Das sind nicht Wochen oder Monate. Das ist mehr als ein Jahrzehnt – die Zeit, in der andere ihr Leben aufbauen, Karrieren starten, Beziehungen eingehen, sich selbst finden.
Bei ihm: "Gebrochenes Herz, die körperlichen Werte – Vitamin D, Serotonin, Omega-3 – war quasi alles im Mangel. Dann gab es noch ein paar wirklich unschöne Sachen, also Schicksalsschläge."
Auf meine Frage, was ihn nach 15 Jahren zur Therapie brachte, antwortete er:
"Mir war im Endeffekt schon die ganze Zeit, also sagen wir mal, von diesen 15 Jahren, ja klar, dass es da Probleme gibt und wahrscheinlich auch Depression ist."
Er wusste es. Die gesamten 15 Jahre.
Das ist eine der tragischsten Aspekte von Depression:
Warum? Scham, Hoffnung auf Selbstheilung, das Gefühl "ich muss das alleine schaffen", Angst vor Stigmatisierung.
15 Jahre.
Der Wendepunkt kam durch einen Podcast.
"Der Maxi Gstettenbauer, ist so ein Comedian, der war mal bei Thorsten Sträter zu Gast und der hat ihn komplett unverblümt drauf angelabert, wie es ihm eigentlich mit seiner Depression so geht."
Was Maxi erzählte: "Dass sowas wie ein Suizidgedanke ja komplett normal gewesen wäre, bis er dann vom Doktor gesagt bekam, das wäre so nicht."
Der entscheidende Moment: "Da guckte ich und dachte: Oha."
"Haben Sie sich wiedererkannt?" "Ja, da habe ich mich in einigen Punkten wiedererkannt auf jeden Fall."
Ein Comedian spricht in einem Podcast unverblümt über Suizidgedanken.
Und irgendwo in Deutschland sitzt jemand, der seit 15 Jahren weiß, dass etwas nicht stimmt, und denkt: "Oha."
Und ruft an.
Das rettet Leben.
Nicht durch therapeutische Fachsprache oder perfekte Awareness-Kampagnen. Sondern durch einen Menschen, der ehrlich über das Unsagbare spricht.
Als er in meine Praxis kam, begann ich klassisch:
"Wir haben als erstes mal Labor gemacht, mal zu gucken, vielleicht hat der Bua bloß einen gewaltigen Mangel."
Die Laborwerte:
Das Ergebnis: "Ich hatte Mängel – das hat auf jeden Fall schon mal geholfen, dass ich so vom tiefsten Loch einmal quasi mich schon mal aus dem Loch rausgucken konnte."
Die Laborwerte zu korrigieren war nicht die Lösung – aber es war die Voraussetzung dafür, dass er überhaupt arbeitsfähig wurde.
Dann kam EFT (Emotional Freedom Technique) – die Klopftechnik.
"Die 5-Minuten-Übung, damit rettet man sich über Wasser."
EFT ist nicht die Heilung. Aber es ist:
Mein Vorschlag: Gruppentherapie.
Seine Reaktion: "Da habe ich am Anfang auch gefremdelt. Ich hatte allgemein alle Sozialkontakte verloren, da war es schwierig."
15 Jahre Depression, alle Sozialkontakte verloren – und dann: Gruppentherapie.
Aber dann: "Nach dem zweiten, dritten Mal wollte ich gar nicht mehr gehen."
Warum? "Ich kann durchaus aus jeder Stunde auch etwas rausziehen, weil wir haben jetzt gerade die letzten Stunden ein paar Erfolge dabei, wo wir richtig was erwischt haben, was ich auch selber als Problem nicht erkannt habe."
Dieser Satz ist entscheidend: "Was ich auch selber als Problem nicht erkannt habe."
Und dann kam der Durchbruch.
In einer Gruppensitzung erzählte er: "Früher ging da mal ein Kumpel, der ein bisschen in den Rücken sprang."
Seine Reaktion darauf: "Ich habe das nicht als Problem erkannt, weil für mich war das eigentlich ehrlich gesagt: Das sind zwei Leute, die können sich absolut nicht ab."
Lest diesen Satz noch einmal:
Ein Freund verrät ihn. Und er erkennt es nicht als Problem.
Er rationalisiert: "Das sind halt zwei Leute, die können sich nicht ab." Er verdrängt die Verletzung.
15 Jahre lang.
In der Folgestunde: "Da war es dann allerdings eine Freundin" – eine ähnliche Geschichte.
Das Leben spielt uns die Situationen vor, die Heilung brauchen. Immer wieder. In verschiedenen Formen.
Erst ein Kumpel. Dann eine Freundin.
Und er erkennt es nicht als Problem – 15 Jahre lang.
Durch Emotion Code – eine Methode, die das Unbewusste direkt befragt – löste sich die Verletzung.
"Dann habe ich richtig gemerkt, da war was abgefallen, da war was weg."
Wie fühlte sich das an? "Ich habe mich tatsächlich auch ein bisschen freier gefühlt."
Und dann dieser Satz: "Es war wie so Brust raus, man kriegt wieder Luft."
Emotion Code nach Dr. Bradley Nelson arbeitet mit kinesiologischem Muskeltest, um eingeschlossene Emotionen im Körper aufzuspüren und zu lösen.
Das Prinzip: Der Körper kennt die Antworten, die der bewusste Verstand nicht kennt.
Seine Beschreibung: "Der Emotion Code kann ich wirklich empfehlen, wenn tiefe Wunden einen wirklich schwer noch verletzen und man kommt einfach nicht dran und weiß es noch nicht mal."
"Weiß es noch nicht mal." Das ist der Kern.
"Dann lohnt es sich mal, sein eigenes Unbewusstes zu fragen. Mehr haben wir nicht gemacht – das war eigentlich eine simple Frage, wir mussten nur drauf kommen."
Ich sagte zu ihm: "Das sind ganz tief im Unbewussten verwurzelte Verletzungen, die brauchen eine besondere Qualität an Methodik."
Diese Verletzungen:
Laborwerte können stabilisieren. EFT kann in Krisen helfen. Aber wenn diese tiefen Verletzungen nicht geheilt werden, bleibt etwas zurück.
"Dann habe ich richtig gemerkt, da war was abgefallen, da war was weg."
Nicht: "Ich habe etwas verstanden." Sondern: Etwas physisch Spürbares hat sich gelöst.
"Ich habe mich tatsächlich auch ein bisschen freier gefühlt."
Freier. Als wäre eine Fessel gelöst worden.
"Es war wie so Brust raus, man kriegt wieder Luft."
Das ist keine poetische Metapher. Das ist körperliche Realität.
15 Jahre lang war da:
Und dann: "Da war was abgefallen."
Brust raus. Endlich wieder Luft.
Was geschieht im Körper:
Bei eingeschlossenen Emotionen:
Wenn die Emotion gelöst wird:
Das ist messbar. Das ist real.
Ich erklärte ihm: "Was das Schicksal halt dann auch gemacht hat, das hat genau die Situation nachgespielt."
Erst der Kumpel. Dann die Freundin.
"Das ist eben eigentlich etwas, was wir dann lernen: In der Gegenwart sehen, wo habe ich denn jetzt gerade aktuell etwas zu lernen und dieser Schritt ist jetzt fällig."
15 Jahre lang wiederholte sich das Muster – bis er bereit war hinzuschauen.
"Auch Themen, die andere mitbringen, wo man sich dann auch wieder selber sieht."
Die Gruppe als Spiegel:
Von "alle Sozialkontakte verloren" zu "ich wollte gar nicht mehr gehen".
Das ist Transformation.
"Mehr haben wir nicht gemacht – das war eigentlich eine simple Frage."
Eine Frage ans Unbewusste. Und 15 Jahre Depression beginnen sich aufzulösen.
Die drei Ebenen waren alle notwendig:
Die wichtigsten Erkenntnisse:
Seine Botschaft: "Der Emotion Code kann ich wirklich empfehlen, wenn tiefe Wunden einen wirklich schwer noch verletzen und man kommt einfach nicht dran und weiß es noch nicht mal."
Meine Botschaft: Wenn du seit Jahren weißt, dass etwas nicht stimmt – ruf an. Heute. Nicht in weiteren 15 Jahren.
Hilfe in Krisen: Telefonseelsorge: 0800-1110111 oder 0800-1110222 (24/7, kostenfrei)
Schaue Dir dazu das gesamte Interview bei YouTube an: https://youtu.be/StlpeV9742g?si=BQAtuod5pGqi_GxI
ÜBER DIE AUTORIN

Dr. med. Dipl. Päd. Isa Bittel
Dr. Isa Bittel ist Fachärztin für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. In vier Jahrzehnten hat sie einen einzigartigen ganzheitlichen Ansatz entwickelt, der psychosomatische Grundversorgung mit präzisen Laboruntersuchungen und gezielten Unterstützungsmaßnahmen kombiniert.
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Dr. Isa Bittel
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